Oktoberfest

Feiern auf bayerische Art und Weise/ anandoart / Shutterstock.com

Es ist schon wieder Geschichte: Das Oktoberfest 2014. 6,3 Millionen Besucher aus aller Welt tranken und feierten friedlich auf dem berühmtesten Volksfest der Welt. Was dieses Jahr besonders wichtig war und was das alles mit einer Plastiksemmel und einem Monster zu tun hat. Die Antwort in dem etwas anderen Rückblick auf die Wiesn.

Jedes Jahr die letzten beiden Septemberwochen ist der Münchner, vor allem die Millionen Auswärtigen seiner Art, im Himmel. Wenn die Bierbänke dann wieder aufgetürmt werden, der „Himmel der Bayern“ im Hackerzelt abgebaut und der gut zweiwöchige Dauerrausch wieder vorbei ist, beginnt das Sammeln von dem, was übrig blieb. Die Suche, was hängengeblieben ist, was besonders war: besonders schön oder besonders komisch. Die harten Fakten wie Besucher, Bier- und Essenskonsum sind auf großen Portalen wie dem Wiesnportal schnell ermittelt: Weit über sechs Millionen Besucher strömten wieder auf die Theresienwiese und tranken fast 6, 5 Millionen Maß Bier und aßen 112 tote Ochsen. Die Besucher kamen wieder wahrlich aus allen Teilen der Erde. Die weitesten reisten aus Mosambik und den Turk- und Caicoinseln an. Es gab weniger Körperverletzungen (398), dafür mehr „Bierleichen“ (681). Die Maßkrüge blieben weiterhin beliebtestes Diebgut. Wie aus der Infografik auf ebookers.de ersichtlich, verhinderte die Polizei allein in den ersten acht Tagen über 28.000 Maßkrugdiebstähle.


Die urige Idee vom Oktoberfestbesucher: Der „Münchner im Himmel“ von Ludwig Thoma

Atemlose Musik, verlorene Katzen und zerstörte Ungeheuer

In der inoffiziellen Schunkelhitparade der Bierstraße konnte auch beim Oktoberfest dieses Jahr keiner mit Helen Fischer mithalten.Wenn die Kapellen ihren Song “Atemlos” anstimmten, wurde es richtig laut in den Festzelten. Aber auch Evergreens wie „Fürstenfeld“ fanden immer ihr Publikum. Und dabei verloren viele Gäste alkoholbedingt nicht nur ihren Kopf, sondern wie immer oft auch ihr Hab und Gut. Dass Regenschirme oder Handys verloren gehen, mag nachvollziehbar sein, aber was sich 2014 in Fundbüros wiederfand, erstaunte dann doch: Neben Eheringen auch eine Katzentransportbox – und ein Bundesverdienstkreuz soll bis heute vermisst sein.

Zwar nicht sein Hab und Gut, aber seine komplette Beherrschung verlor ein anderer hungriger Gast am letzten Wiesnwochenende, als er beim Heimweg bemerkte, dass sein gekauftes Fischbrötchen gar nicht essbar war, sondern als Teil der Dekoration aus Gummi bestand. Völlig bedient, ließ sich der zornige Besucher auch nicht von mehreren Freisemmeln beruhigen. Die Polizei musste ihn schließlich wegbringen, um weiteren Schaden zu verhindern.

Diesen Schaden konnte der Besitzer der berühmten Nostalgiegeisterbahn auf der „oiden Wiesn“ nicht verhindern. Am Freitagabend vor dem letzten Wiesenwochenende hatte sich ein – nüchterner – Fahrgast kurz nach Start der Fahrt so sehr vor einer Hexe erschrocken, dass er kurzerhand ausstieg und dem Pappmonster den Arm abriss. Der schreckhafte Besucher war beruhigt. Wie groß der Schrecken allerdings war, als ihm die Anzeige wegen Sachbeschädigung zugestellt wurde, ist nicht überliefert.

Nun hat er auf jeden Fall einige Monate Zeit zum Beruhigen – bis zum 19. September 2015. Dann geht er wieder los – der zweiwöchige Wiesn-Wahnsinn in München.

[stextbox id=“info“]Zentrale Seiten zur Wiesn:

  • Fakten, Daten, Traditionen: Das Wiesnportal
  • Eine schöne und informative Infografik zu den unbekannten Seiten des Oktoberfest findet sich hier
  • Alles, wirklich alles zum Oktoberfest: Oktoberfest live

[/stextbox]
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Der Münchner Christoph Marx ist Publizist und Lektor und lebt in Berlin. Er arbeitet als Autor und Redakteur für viele namhafte Verlage und veröffentlichte bzw. verantwortete inhaltlich zahlreiche Werke, v.a. zu historisch-politischen, gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Themen.Referenzliste unter Autor und Redakteur/Lektor.

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