Ein “wunderbares Buch” (BR2-Sendung Sozusagen), perfekt für die WM, damit wirklich alle mitreden können. “Der springende Punkt ist der Ball. Die wundersame Sprache des Fußballs”. Ein technisch sauberes Dribbling durch 140 Jahre Fußballsprache, Sprüche, Phrasen, Trainer-Sprech, Fangesänge und Expertenkommentare. Pressestimmen und Leseprobe.


“DER SPRINGENDE PUNKT IST DER BALL” IN PRESSE UND HÖRFUNK – PODCASTS

Auf Radio 1, dem Radiosender der Hauptstadt, habe ich am 12. März mit Lucy Fischer über den “springenden Punkt” sprechen dürfen.

Podcast1: Radio 1

In der preisgekrönten BR2-Sendung “Sozusagen” habe ich mich mit Hendrik Heinze über 140 Jahre Fußballsprache gesprochen: Warum Konrad Koch auch der Vater der Fußballsprache war, was in Herbert Zimmermanns Fußballreportage zum “Wunder von Bern” 1954 so skandalös war und warum der 11-Freunde-Ticker für mich der angemessene Fußballsprech der Gegenwart ist.

Podcast 2: BR2 “Sozusagen”

Mit Jürgen Lassauer von BayernPlus habe ich mich u.a. darüber unterhalten, warum nach dem Spiel vollendeter Nonsens oder tiefste philosophische Einsichten abgesondert werden; manchmal sind die Unterschiede dabei fließend.

Podcast 3 Bayern Plus – Gespräch mit Jürgen Lassauer

 

„Der Duden-Verlag und ich wollte das Phänomen Fußballsprache seriös, aber vor allem unterhaltsam darstellen. Ich habe einiges an Fachliteratur gewälzt und das mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen aus Funk und Fernsehen verbunden. Es gibt zahllose Spruchsammlungen, weil die Phrasen witzig sind. Aber warum sind sie so witzig? Welche Merkmale machen sie witzig? All das kann man in meinem Buch mit einem Schmunzeln beim Lesen erfahren. Und am Ende gibt es das gute alte Duden-Wörterbuch von A bis Z.“

Mein Interview mit der „Märkischen Oderzeitung“ finden Sie hier online:

Die Frankenpost freut sich über ein “ergötzliches Dribbling durch die Sprache des Fußballs, tauglich für mehr als nur einen Pausenfüller im Jahr der Fußball-WM.“

Die Westdeutsche Zeitung schreibt in einer ausführlichen Rezension: “„Marx’ Buch ist mehr als eine muntere Zitatensammlung“.

Das Kulturmagazin Tabula rasa schreibt: “Vielleicht stehen dem Text die Worte des adligen Schöngeistes unter den Fußballkommentatoren – Fritz von Thurn und Taxis – am besten zu Gesicht: „Ein Schlängler, so beweglich in der Hüfte.“ Das Buch ist unterhaltsam UND interessant und darf jedem Fußballbegeisterten ans Herz gelegt werden.”

“Sprechen wie die Fußball-Weltmeister – Von Kirschen, Buden und Auflaufkindern”: Die Deutsche Welle hat mit mir ein Interview über das Buch geführt.

In einem Interview mit dem Verband Freier Lektorinnen und Lektoren habe ich u.a. über das Zustandekommen des Büchleins erzählt.


Die ersten Seiten als Leseprobe  

„Im Anfang war das Wort – oder doch der Ball? Was war zuerst da, das Runde oder das Gerede darüber? Wie die berühmte Henne-und- Ei-Frage lässt sich die Frage nach dem absoluten Beginn auch im Fußball nicht wirklich beantworten. Nehmen wir den Philosophen Hans-Georg Gadamer zum Maßstab, der so schön zu Protokoll gab: Erst mit der Sprache geht die Welt auf – und was für die Welt gilt, muss auch für den Fußball gelten. Ohne Sprache kein Fußball, sach ich mal.

Egal, ob der Schiri die Spielregeln interpretiert oder sich Spieler und Trainer zusammenraufen müssen – alles, was das Fußballspiel substanziell ausmacht, hat mit Sprache und Kommunikation zu tun. Ohne das allgemeine Reden über den Fußball wäre der Sport nicht zur schönsten Nebensache der Welt geworden oder wie es der Schriftsteller Klaus Theweleit in seinem Buch »Tor zur Welt« formuliert:

»Wo Wörter sind, wo Sprache ist, da ist heute
auch Fußball. Fußball bestand von Anfang an
aus beidem: Körpern und Medien. Bälle auf
Plätzen und Bällen in der Imagination.«

Tatsächlich ging die Entwicklung des Spiels in Deutschland eng mit der Herausbildung einer eigenen Sprache einher. Wie eng, zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Der Mann, der den Fußball Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland einführte, hieß Dr. Konrad Koch und war Gymnasiallehrer in Braunschweig – genauer gesagt: Er war Lehrer für Deutsch und Alte Sprachen. Ausgerechnet ein Deutschlehrer sorgte also für die ersten kickenden Pennäler hierzulande und die überregionale Verbreitung des fremden Spiels.

Mutterland des Fußballs

Der Lehrer Koch war jedoch nicht der Erfinder des Spiels: Vorläufer lassen sich seit dem frühen Mittelalter fast überall im europäischen Kulturkreis finden. Vom englischen König Heinrich VIII. weiß man, dass er ein leidenschaftlicher Verfechter eines fußballartigen Spiels war – das war im 16. Jahrhundert. Sein Freund bestand damals allerdings noch nicht aus Leder, sondern war eine Schweinsblase. Ziel des Spiels war es, den Ball in das gegnerische Dorf zu treiben. Man nahm das offenbar sehr ernst, denn regelmäßig soll es zu Zwischenfällen mit tödlichem Ausgang gekommen sein. Später wurde in England das »Football«-Spiel verändert und weiterentwickelt. Und in weniger lebensgefährlicher Form wurde es schnell beliebt. Die Wiege des modernen Fußballs stand also auf der britischen Insel.

Zwei Varianten wurden in den elitären akademischen Zirkeln Englands ab den 1840er-Jahren gespielt: eine Variante mit Handspiel, eine Art Rugby, und eine Variante ohne Handspiel, Soccer, das vornehmere, gewaltfreiere Fußballspiel, das in den Augen seiner Verfechter

auch Mut und Selbstbeherrschung stand. Der Fußball war zunächst ein Sport für Gentlemen. Bei Tee, Whisky und Zigarren gründeten am 26. Oktober 1863 hochrangige Vertreter von englischen Vereinen und Bildungseinrichtungen in London die »Football Association« – den ersten Fußballverband der Welt. In dem damals wirtschaftlich und technisch fortschrittlichsten Land Europas entdeckte aber auch die Arbeiterschaft schnell das Spiel für sich und machte es zu ihrem wichtigsten Freizeitvergnügen. Als sich in England 1888 die weltweit erste landesweite Fußballliga etablierte, ging es in Deutschland – wie so oft– noch ganz grundsätzlich und recht kompliziert zu. Denn der Fußball, mit dem in Deutschland bis weit in die 1880er-Jahre tatsächlich vor allem ein rugbyähnliches Spiel gemeint war, blieb noch lange Zeit Gegenstand heftiger ideologischer Debatten.

Der Lehrer Konrad Koch

Als der Pädagoge Koch an einem Herbsttag im Jahr 1874 auf dem kleinen Exerzierplatz in Braunschweig einen Ball unter seine Schüler warf, wollte er sie nicht nur spielen lassen, sondern vor allem erziehen. An der frischen Luft sollten sich seine Schützlinge betätigen, damit dort die Selbsttätigkeit der Schüler kräftig erweckt werde. Fußball sollte eine spielerische Ergänzung zum Turnen sein, das seit Turnvater Jahns Zeiten in muffigen Hallen ausgeübt wurde und fast militärisch organisiert war. Radikale Turnideologen waren allerdings »not amused« von der vermeintlichen »Modetorheit« namens Fußball. Für sie war allein der Turnsport die der deutschen Volksseele angemessene Leibesertüchtigung. Der Stuttgarter Turnlehrer Karl Planck sprach 1898 von niederer Fußlümmelei und polemisierte gegen die englische Krankheit sackgrob, wie er offenherzig einräumte.

 „Das Stauchen, der Fußtritt, der ganz gemeine „Hundstritt“ ist es ja, der hier den Ausschlag gibt[…] Was bedeutet aber der Fußtritt in aller Welt? Doch wohl, daß der Gegenstand, die Person nichts wert sei, daß man auch nur die Hand um ihreswillen rührte. Es ist ein Zeichen er Wegwerfung, des Ekels (…)  Zunächst ist jede Bewegung (…) ja schon häßlich. Das Einsinken des Standbeins ins Knie, die Wölbung des Schnitzbuckels, das tierische Vorstrecken des Kinns erniedrigt den Menschen zum Affen [selbst wenn die Haltung nicht den Grad abstoßender Häßlichkeit erreicht, den uns unser Titelbild versinnlicht]“.

Während Koch das Fußballspiel förderte, arbeitete er fieberhaft daran, das englische Spiel zu einem deutschen zu machen, und zwar vor allem durch eine neue Sprache. Mit seinem ersten Regelheft von 1875 begann er, das Spiel einheitlich zu organisieren. Dann machte er sich konsequent daran, auch sprachlich Ordnung zu schaffen und das widerwärtige Kauderwelsch zu beenden, das unserem köstlichen Spiele in den Augen echt väterländisch gesinnter Männer Eintrag tun muß.“

(alle Rechte liegen beim Duden-Verlag)


ALLE SPRECHEN FUßBALL
Der Klappentext

Die Sprache des Fußballs ist eine Sprache voller origineller Bilder (»Es war ein Sandwichspiel. Ein frühes und ein spätes Tor, dazwischen viel Gehacktes«), hemmungsloser Übertreibungen (»Fußballgott«), unwiderstehlicher Logik (Wenn man keine Tore macht, ist es ganz schwer, ein Spiel zu gewinnen), multilingualer Geniestreiche (»Don’t frag mich Meisterschaft«), voller Kriegsmetaphorik und Heldentum (»Steht auf, wenn ihr Schalker seid«). Spieler, Trainer, Fans und Kommentatoren entwickeln sie stets weiter: leidenschaftlich, spontan, genial.
Der Historiker und Fußballfan Christoph Marx ist dem Hintersinn, Gehalt und Zusammenhang berühmter, bezeichnender, witziger und »philosophischer« Phrasen der Fußballsprache auf den Grund gegangen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort Marcell Jansen 

TEIL I: EINE KURZE GESCHICHTE DER FUSSBALLSPRACHE
Mutterland des Fußballs 
Der Lehrer Konrad Koch 
Von Rebellen und Vereinsnamen 
Fußball in aller Munde
 Vom Sportereignis zum gesellschaftlichen Event 
Eine bildhafte Sprache 
Verkürzungen, Abstraktionen, Synonyme 
Superlative und andere Merkwürdigkeiten 
Phrasen, Floskeln, Weisheiten 
Die Säulen der Fußballsprache 

TEIL II: ALLE SPRECHEN FUSSBALL 

»So ist Fußball«: Spielersprüche 
Im Anfang war Franz Beckenbauer 
Die ewigen Wahrheiten 
Wie im Fußball, so im Leben 
Sprachliche Fehlpässe 
Spieler-Typ 1: Der Leitwolf 
Spieler-Typ 2: Der Adrenalinjunkie 
Spieler-Typ 3: Der Logiker 
Von Dirigenten und Fummlern – 
die Spielerpositionen

»Der springende Punkt ist der Ball«: Trainersprech
Philosophien und Ideologien 
Die Popstars 
Die Legenden 
Die Schleifer 
Die Motivatoren 
Die Bodenständigen 
Kauderwelsch in der Coachingzone 
»Ich habe fertig«: Giovanni Trapattonis  historische Rede

»Gib mir ein H«: Die Fans 
Von der Kampfbahn zur Fußballkathedrale 
Männer mit Hut 
Tröten, Lieder und Bengalos 
Fangesänge und Schlachtrufe 
Transparente und Flaggen 

»Der Pokal hat seine eigenen Gesetze«:  Journalisten, Experten und der Medienzirkus
Radiolegenden 
Fernsehlegenden 
Der Kultticker der 11 Freunde 
Die Experten 
Nationale Fußball-Klischees 
Vor dem Abpfiff: die Fußball-Denker 

TEIL III: FUSSBALLBEGRIFFE VON A BIS Z 
Literatur 
Bildnachweis 


FAKTEN ZUM BUCH


Titel: Der springende Punkt ist die Ball – Die wundersame Sprache des Fußballs
Autor: Christoph Marx
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Duden
Auflage: 1 (12. März 2018)
ISBN-13: 978-3411733941

Preis: 10, 00 €

Zu erwerben:
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Direkt beim Verlag

 

Der Münchner Christoph Marx ist Publizist und Lektor und lebt in Berlin. Er arbeitet als Autor und Redakteur für viele namhafte Verlage und veröffentlichte bzw. verantwortete inhaltlich zahlreiche Werke, v.a. zu historisch-politischen, gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Themen.Referenzliste unter Autor und Redakteur/Lektor.

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