Sean Connery vor seinem Aston Martin in "Goldfinger"

Sean Connery mit seinem legendären Aston Martin DB 5 in “Goldfinger” (1964); akg-images / Album / UNITED ARTISTS

Aston Martin, Gert Fröbe und der Killer mit dem Hut: Vor 50 Jahren hatte der dritte Bond-Film “Goldfinger” Premiere. Der Film machte Bond zu dem popkulturellen Phänomen, das Bond bis heute ist. James Bond – ein Schlaglicht auf ein halbes Jahrhundert Zeit- und Filmgeschichte. 

Am Anfang standen eine Million Dollar. So viel kostete die Verfilmung des Bond-Romans “Dr. No” von Ian Fleming 1962. Die Hauptrolle als weltgewandter britischer Geheimagent verkörperte ein gewisser Sean Connery, Schotte und ehemaliger Mister Universum. Viele angefragten Stars hatten abgewunken – an einen prestigeträchtigen Erfolg einer Bond-Verfilmung glaubte keiner. Auch die Beteiligten des Films verabschiedeten sich nach dem Ende der Dreharbeiten, nicht unbedingt in der Erwartung, sich von nun an regelmäßig wiederzusehen. Was sicherlich als einer der größten Irrtümer der Filmgeschichte betrachtet werden kann.  Eine unendliche Geschichte begann.

„All men wanted to be and all women just wanted”

“Dr. No”, der am 5. Oktober 1962 in London Weltpremiere feierte, war der Beginn einer Serie, die die Filmwelt bis daher nicht gesehen hatte. Bond schuf ein ganz eigenes neues Filmgenre: irgendwas zwischen Thriller-, Action- und Science-Fiction-Film, auf jeden Fall immer groß angelegtes Unterhaltungskino. Es war die Geburt einer popkulturellen Ikone. Der Name ist zu einer globalen Marke  geworden, mit dem Millionenumsätze generiert werden: Bond, James Bond. 007, Lizenz zum Töten, berühmtester Martini-Trinker und Aston Martin-Testfahrer der Welt. Die Figur hat sich von der literarischen Vorlage längst gelöst und ist zu einer Projektionsfläche für einen modernen Helden geworden. James Bond ist eine Kunstfigur „all men wanted to be and all women just wanted“ (Steven Spielberg). Bond schafft es bis heute wie  keine andere popkulturelle Ikone, mit einem festen Muster über Generationen hinweg eine weltweite Fangemeinde zu binden. Und dabei gleichzeitig die Figuren behutsam dem Zeitgeist anzupassen, ohne den eigenen Markenkern wirklich in Frage zu stellen. Bond war und ist immer Spiegelung des kulturellen Geistes der westlichen Welt. Von Anfang an. Bis heute.

James Bond als Macho-Held einer harten Zeit

Der erste Bond kam zu einer Zeit in die Kinos, als die Welt kurz vor dem atomaren Inferno stand. Die Kuba-Krise brachte den Kalten Krieg auf den Siedepunkt. Harte Männer waren gefragt. Die Zeit schien wie geschaffen für Ian Flemings literarische Männerfantasie eines Killers im britischen Staatsdienst, ausgestattet mit Sinn für die angenehmen Dinge des Lebens, mit einem ausgeprägten Hang zu Alkohol und Frauen. Bond jagte Verbrecher, die häufig nicht weniger als die gesamte freie Welt bedrohten. Flemings zwischen 1953 und 1964 geschriebenen Romane und Kurzgeschichten wurden Anfang der 1960er-Jahre besonders populär. US-Präsident Kennedy hatte “From Russia with love” öffentlich zu seiner Lieblingslektüre erklären lassen. Der US-amerikanische Filmproduzent Harry Saltzman erwarb 1961 sämtliche Filmrechte und gründete zusammen mit seinem Partner Albert R. Broccoli die Eon Productions, jene Filmproduktionsgesellschaft, die bis zum heutigen Tage die Bondfilme produziert. Eon steht für “Everything or nothing”, wie Tochter Barbara Broccoli in der Dokumentation zum 50. Geburtstag offiziell bestätigte. Bis heute gleichen diese Filmrechte einer Lizenz zum Gelddrucken. Was immer noch wesentlich „Urbond“ Sean Connery und dem Regisseur Terence Young zu verdanken ist, der in den ersten beiden Filmen den typischen Bond-Mix aus Sex, Sophistication, Action, Exotik und Humor  kreierte. Connerys männliche Härte und gleichzeitiger Charme definierten eine neue Art von Coolness. Connery schuf den Bond, der zunächst fast Eins zu Eins mit seiner Person gleichgesetzt wurde.

Die zweite Seite handelt vom Goldfinger-Hype bis zur Neuausrichtung der Serie durch Roger Moore

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